Lernen mit Blogs

Seminar Lernen2.0 mit Web 2.0

SchoolNetGuide – Jeder Leser auch ein Autor: Blogs und Wikis

SchoolNetGuide

Jeder Leser auch ein Autor: Blogs und Wikis

( 9. Ausgabe, Sommer 2006; Herausgeber: Swisscom AG)

 

Die neunte Ausgabe des SchoolNetGuide mit dem Titel „Jeder Leser auch ein Autor: Blogs und Wikis“, befasst sich mit der privaten Nutzung, sowie schulischen Anwendung von Blogs und Wikis. Herausgeber des SchoolNetGuide ist die Schweizer Telefongesellschaft Swisscom AG.

 

 

1.

 

Zunächst möchte ich meinen Beitrag mit einer Zusammenfassung der genannten SchoolNetGuide Ausgabe beginnen.

Die Grundidee des Internets war die Schaffung eines weltweiten Netzwerks, in dem jeder Internetnutzer Informationen von anderen Nutzern lesen und erhalten kann und gleichzeitig die Möglichkeit hat, selbst Inhalte zu verändern oder zu erstellen. Bis heute überwiegt jedoch eindeutig der Konsum von Inhalten. Heute ist es jedoch schon möglich, ohne besondere technische Vorkenntnisse in kurzer Zeit Web-Inhalte zu verändern oder zu erstellen, dank „Blogs“ und „Wikis“. Ein Bog kann als Online-Tagebuch beschrieben werden, welches ein einzelner Autor regelmäßig aktualisiert und veröffentlicht. Wikis hingegen sind Websites, deren Besucher den gesamten Inhalt gemeinsam entwickeln und im günstigsten Fall fortlaufend erweitern. Nähere Erläuterungen zu Blogs und Wikis werden in einem späteren Abschnitt erörtert.

Die Folgen für das Internet sind deutlich zu spüren. Beide Formate wachsen in ihrer Anzahl rasant, was auf eine größere Schreiblust der Nutzer zurückzuführen ist. Dies hat natürlich zur Folge, dass immer mehr Meinungen ins Internet gelangen, was zur Vielfalt beiträgt, aber auch negative Aspekte mit sich zieht. Durch diese Vielfalt können spezifische Themen in ihrer Wissensbreite und –tiefe viel detaillierter behandelt werden. Dieses geballte Fachwissen ist zugleich durch Suchmaschinen für jeden Nutzer schnell auffindbar. Durch die enge Vernetzung beider Formate über Links werden neue virtuelle Gemeinschaften gebildet.

Die Hürden für den Einzelnen beim Erstellen und Verändern von Inhalten im Netz, sich der Welt mitteilen zu können und Wissen weiterzugeben sind heute deutlich geringer als vor ein paar Jahren. Diese Chance sollten Schulen nutzen, denn kooperative Lernformen sind dem individuellen Lernen nach den Ergebnissen pädagogischer Forschungsarbeiten überlegen. Der Zentralpräsident der Lehrerinnen und Lehrer der Schweiz (LCH) Beat W. Zemp nimmt dies zum Anlass, dass Internet als „Wir-Medium“ stärker in den Lernprozess, sowie dem Schulalltag der Schülerinnen und Schüler einzubinden. Die technischen Voraussetzungen sind fast überall gegeben.

Im Folgenden werden die Begriffe Blog und Wiki näher erläutert.

Wie bereits weiter oben schon beschrieben sind Blogs Websites mit persönlich gefärbten Beiträgen, die in der Regel von einem einzelnen Autor stammen. Über fast jedes Thema werden heute „Posts“ (Beiträge) von Blog Besitzern verfasst. Dabei wird das oberste Gliederungsprinzip aller Blogs, dem chronologischen Anordnen der Beiträge immer beachtet. Leser dieser Blogs können die Beiträge darunter kommentieren.

Interessant machen einen Blog kurze und persönlich geprägte Beiträge, wie zum Beispiel Kommentare in Zeitungen. Ebenfalls aus Zeitungen bekannt, beleben einen Blog besonders Kommentare von Lesern und angestoßene Diskussionen. Dadurch kann eine größere als in den üblichen Medien gewohnte Meinungsvielfalt in einem Blog entstehen.

Blogs werden unterschieden in Expertenblogs, von Gruppen betriebene Themenblogs, Blogs über das eigene Hobby, Sammeln und Austauschen von Links, Mitteilen von Beobachtungen und Gedanken, Veröffentlichung von eigenen Artikeln, Fotos oder Filmen, etc. Je nach Typ können diese Blogs unterschiedlich großen Einfluss auf die öffentliche Meinung haben. Blogs erzeugen beim Erstellen „Feeds“. Als Feeds werden Dateien bezeichnet, die die Inhalte für unterschiedliche Software lesbar macht. Durch diese Feed-Dateien und „Aggregatoren“-Websites können Bloginhalte auf Websites nach aktuellsten Beiträgen gesammelt werden. Feeds lassen sich für interessierte Leser auch abonnieren und werden dann per E-Mail zugesandt. Das gebräuchlichste Format für Feed-Dateien heißt „RSS“.

Als Besitzer eines Blogs sollte man regelmäßig Einträge veröffentlichen und folgende Merkmale beachten: Beiträge so verfassen, dass sie die Neugierde des Lesers wecken; kurz fassen; rasch zum Kern des Inhalts kommen; klare Meinungsformulierung; führen des Lesers; einhalten von Rechten und guten Sitten; langfristig denken; Kommentare beantworten…

Wikis sind Websites, die von mehreren Personen entwickelt und verändert werden. Eine Gemeinschaft von Autoren verfasst Texte für eine noch größere Gemeinschaft von Lesern. Die Kontrolle eines Wikis liegt bei den Benutzern und im Gegensatz zu einem Blog nicht bei einem Autor.

Wikis werden unterschieden in Öffentliche Wikis, die für jeden Internetnutzer frei zugänglich sind und geschlossenen Wikis, auf die nur berechtigte Teilnehmer zugreifen können. Häufige Anwendungen für Wikis sind Lexika und Enzyklopädien verschiedener Art, eher allgemein oder sehr spezifisch.

Zu größeren Wikis gelangt man einfach über Suchmaschinen, kleiner Wikis findet man über spezielle Sammelseiten.

Einen Wiki-Artikel kann man am besten auf seine Glaubwürdigkeit und Richtigkeit überprüfen, indem man sich den Verlauf der Veränderungen, sowie die sich daraus ergebenden Versionen betrachtet und beurteilt.

Ähnlich wie bei einem Blog lassen sich inzwischen von einigen Wikis Feeds abonnieren.

Beim Schreiben für Wikis sollte man als Autor immer in Kauf nehmen, dass der eigene Beitrag von anderen Benutzern erweitert, vervollständigt oder korrigiert wird. Folgende Hinweise sollten beim Verfassen eines Wiki-Artikels beachtet werden: aussagekräftiges Intro; übersichtlicher Aufbau der Texte; Urheberrechte beachten; einfache Sätze; gezielte Links setzen; einbinden von Bildern im Text; objektiv schreiben; geschriebene Texte werden zum gemeinsamen Gute…

Blogs und Wikis werden schon heute teilweise im Schulunterricht eingesetzt. Allerdings sollte immer der vorsichtige Umgang mit persönlichen Daten beachtet werden. Anbieter zum Erstellen beider Formate und dem geeigneten Einsatz in der Schule gibt es zahlreich, teilweise sogar kostenlos.

Für den Schuleinsatz eines Wikis bietet es sich an, bestimmte Funktionen als Administrator (Betreiber) einzuschränken. Diese Einschränkungen betreffen vor allem die Editierrechte, Sperren von Seiten, Registrationspflicht, rechtlicher Schutz der Wiki-Inhalte…

 

 

2.

 

Im folgenden Abschnitt möchte ich Stellung nehmen zu Wikis und Blogs bezüglich ihrer Vor- und Nachteile, ihrer Zukunftsbedeutung und dem Einsatz im Schulunterricht. Wie bereits in der Zusammenfassung erwähnt, steigt die Zahl der Wikis und Blogs im Internet rasant an. Immer mehr Internetnutzer können zu immer mehr Themen ihre Meinungen äußern, was der Meinungsvielfalt dient, aber auch den Missbrauch und die Unkontrolliertheit über das Geschriebene mit sich zieht. Durch die neuen Formate können Personen beleidigt und in ihrer Privatsphäre verletzt werden und Sachen falsch dargestellt werden. Positiv ist hervorzuheben, dass wirklich jeder seine Meinung äußern kann und man somit eine einseitige Meinungsquelle erschwert. Wikis profitieren sehr von der steigenden Zahl der Nutzer und können dadurch ein immer breiter und tiefer gefächertes Wissen anbieten, wovon jeder Leser profitieren kann. Auch hierbei ist natürlich Missbrauch möglich, weswegen man Wikis nur mit Vorsicht als verlässliche Quelle betrachten darf. Durch die weltweite Vernetzung durch das Internet entstehen Möglichkeiten zur  Bildung neuer virtueller Gemeinschaften, die durch Blogs und Wikis begünstigt werden. Insgesamt überwiegen weit die zahlreichen Vorteile dieser beiden Formate, aber in Zukunft wird eine immer konsequentere Kontrolle durch das rasante Wachstum an Bedeutung gewinnen.

Sowohl Blogs als auch Wikis eignen sich beide hervorragend zum Einsatz in der Schule. Wie bereits in der Zusammenfassung erwähnt sind zudem die technischen Voraussetzungen fast überall gegeben. Kooperative Lernformen sind dem traditionellen, individuellen Lernen in vielerlei Hinsicht vorzuziehen, was Forschungsergebnisse ergeben haben. Diesen Zweck können Blogs und Wikis im Unterricht optimal erreichen. Über Blogs können organisatorische Angelegenheiten in einer ganz neuen Dimension geregelt werden. Bei Bedarf können gezielt Betroffene den Beitrag lesen, wie zum Beispiel nur ein Klassenverband, oder die ganze Schule, Eltern, etc. Über Wikis können Schülerarbeiten präsentiert werden und bei Bedarf von anderen Nutzern erweitert oder vervollständigt werden.

Hausaufgaben könnten in Blogs gemeinsam erarbeitet und gelöst werden, die Schülerinnen und Schüler könnten sich gegenseitig helfen und unterstützen. Der Kontakt, das gegenseitige Austauschen von Klassenkameraden kann dadurch gefördert werden.

In beiden Formaten können die Kinder „journalistisch“ tätig werden, indem sie Artikel zu bestimmten Themen verfassen, die nach einer Kontrolle des „Chefredakteurs“ (Lehrer/in) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Neben dem oft praktizierten monotonen Frontalunterricht in der Schule, können Lehrer/-innen mit dem Einsatz dieser Möglichkeiten für eine Motivationssteigerung der Schüler/-innen sorgen und somit die Leistungen verbessern.

Beim Einsatz von Wikis und Blogs im Unterricht muss immer besonders auf den sorgfältigen Umgang mit persönlichen Daten der Schüler/-innen geachtet werden.

 

 

 

 

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9. Juli 2008 - Posted by | Artikelzusammenfassung | , ,

4 Kommentare »

  1. Ihre persönliche Stellungnahme finde ich interessant!

    Sie zitieren Forschungsergebnisse – können Sie die zitieren?
    „Kooperative Lernformen sind dem traditionellen, individuellen Lernen in vielerlei Hinsicht vorzuziehen, was Forschungsergebnisse ergeben haben.“

    Damit stoßen Sie eine spannende und wichtige Diskussion an!

    Sie haben damit sicherlich in der Grundaussage recht, und es ist sinnvoll, dass Sie solche Vergleiche ziehen. Für wissenschaftliches Schreiben wäre aber notwendig, genauer zu fassen, auf welches Forschungsergebnis Sie sich beziehen, und in welcher Hinsicht kooperatives Lernen dem individuellen Lernen vorzuziehen sei, denn auch individuelles Lernen hat seine Vorteile.

    Was meinen die anderen TeilnehmerInnen?
    Gruß
    IZ

    Kommentar von lernenmitblogs | 10. Juli 2008 | Antwort

  2. Ich bezog mich mit meinem Hinweis auf die Forschungsergebnisse auf die Aussage von Beat W. Zemp (Zentralpräsident Lehrerinnen und Lehrer Schweiz). Aus diesem Grund kann ich diese Aussage nicht belegen, aber ihr zum Teil zustimmen. Denn kooperative Lernformen haben sicher Vorteile zu bieten, die herkömmliche bzw. traditionelle Lernformen nicht haben. Diese Vorteile decken sich mit den Vorteilen bei der Nutzung von Wikis und Blogs im Unterricht, welche ich in meiner Zusammenfassung erläutert habe.
    Traditionelle Lernformen müssen aber nicht gleichzeitig weniger sinnvoll sein. Lernformen sollten immer dem Unterricht und den zu behandelten Themen angepasst sein und sich abwechseln. Damit kann ein monoton verlaufender Unterricht ausgeschlossen werden.
    Wichtig ist meiner Ansicht, diese Überlegungen und Anregungen in die Unterrichtsplanung einzubeziehen und Lernformen miteinander zu vergleichen.
    Gruß Johannes Dhonau

    Kommentar von johannesdhonau | 10. Juli 2008 | Antwort

  3. […] über Bloggen Angeregt von dem Beitrag von johannesdhonau kommt mir die Idee, Studien und Forschungsergebnisse über die Nutzung auch hier im Blog zu […]

    Pingback von Untersuchungsergebnisse über Bloggen « Lernen mit Blogs | 10. Juli 2008 | Antwort

  4. Hallo Johannes,

    ich muss sagen, deine Zusammenfassung hat mir gut gefallen; ich fand die Erklärungen über Wikis und Blogs sehr aufschlussreich und verständlich.
    Gerade für Personen, die sich vorher noch nie mit Blogs oder Wikis oder generell dem Umgang mit dem Internet, gewidmet haben, ist es wichtig sie von dem Medium zu überzeugen, da es meiner Meinung nach sehr viele Vorteile bietet – die du ja auch beschrieben hast. Natürlich darf man die Nachteile nicht außer Acht lassen.

    Ob man dem oben angesprochenen Zitat zu 100 Prozent zustimmen kann, kann ich nicht genau sagen. Ich denke man sollte sowohl traditionelle als auch neue Lernformen miteinander verknüpfen und sich nicht nur auf eine Form spezialisieren. Jede Form hat ihr Gutes, und wenn man sie richtig und zu einem passenden Zeitpunkt einsetzt kann man sehr viel Positives daraus ziehen.

    Grüße,
    Sarah Thiel

    Kommentar von sarahthiel | 10. Juli 2008 | Antwort


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